Geschrieben von


Meine Kollegen haben Winterruhe, ich bin aber wach und nehme den Menschen mit zu einem Ausflug nach Chur, welches die älteste Stadt der Schweiz ist. Wir reisen mit einem kupferfarbenen Bärentransporter vorbei am Walensee und Sargans und Landquart. Unser Ziel ist das Bündner Kunstmuseum, zu Fuss vom Bahnhof gut erreichbar, der Mensch macht aber eine kleine Umkürzung. Wir kommen trotzdem an. Das Museum hat zwei Häuser, die unterirdisch miteinander verbunden sind: Die alte ‹Villa Planta› und der Neubau. Die Cafeteria befindet sich in der Villa, wo der Mensch speist und ich hungern muss. Für das Titelfoto gingen wir sind in ein Untergeschoss des Neubaus. Ich sitze in der Jahresausstellung vor den ‹Philosophischen Untersuchungen §43› von Daniel Schuoler. An der Wand rechts hängen die ‹Gossip Talks› von Livio Casanova.

Ah, eine Reise. Bär fährt im Hut, das ist etwas Neues. Ist aber nichts für grosse Bären. Der Hut auch noch mit einem Schal gepolstert. Schön weich und bequem.

So sieht das Museum von innen aus. Wir sind hier im Neubau, alles ist grau und weiss. Da bin ich froh um meine rote Schleife.

Farbe! Eine Ausstellung heisst Im Atelier. Raum, Arbeit, Mythos; hier hat Stefan Gritsch unter dem Titel ‹STOCK 1990 – 2026› ein ganzes Gestell mit schönen farbigen Sachen gefüllt. Leider darf ich nichts mitnehmen.

Hier sitze ich im ersten Stock der ‹Villa Planta› aus dem Jahr 1875 und studiere die Geschichte des Museums. Auf diesem Stockwerk hängen Bilder aus der ursprünglichen Sammlung, die heute etwa 8,000 Werke umfasst, auch solche von Segantini. Wo aber sind die Bären?

Das ist das ‹Panorama von Muottas Muragl 1897/1898› von Giovanni Giacometti. Öl auf Leinwand, und besser als jede Webcam. Es gibt eine französische Stiftung zu Alberto Giacometti.

Wir sind im Treppenhaus der vor vielen Jahren restaurierten Villa Planta und schauen hoch zur Kuppel. Erinnert ein wenig an die ‹Villa Patumbah›.

In den Nischen beim alten Eingang stehen die ‹Due› von Vaclav Pozarek. Da könnten wir viele Gläser voll mit wunderbarem Honig hineinstellen, dann würden die Dinger nicht mehr so leer sein. Aha, Samuel hat sich von Winnie the Pooh und seinen Honigtöpfen etwas abgeschaut. Essen ist wichtig für Bären, damit sie kräftig bleiben…

Ich sitze vor dem Museum auf der ‹Die Liegende› von Hans Josephson. Hübsch, so ein Bärchen auf der dunklen Skulptur, nicht wahr?

Das ist der Neubau von aussen. «Kachelklotz» höre ich den Menschen murmeln. Ich denke eher an viele Waffeln. Aber warum ist die Fassade grau?

Was soll das? Eine Plastiktüte! Ich muss in einer Plastiktüte reisen! Man telefoniere dem Tierschutz! Und der Zug ist übervoll, überall stehen und sitzen Menschen mit Ski, Brettern, Rucksäcken, schweren Schuhen und dicken Jacken. Ich bin irgendwo eingeklemmt. Unbärisch!

Geschafft! Hinter mir stehen die beiden Bücher, die wir erbeutet haben. Ich werde sie genau studieren und dem Mensch dann helfen, wenn er etwas zeichnen will.